Ibero-Amerikanisches Institut
Preussischer Kulturbesitz






Seler, Eduard (1849-1922)

Eduard Seler gilt als der Begründer der deutschen Altamerikanistik. Er studierte Mathematik, Mineralogie, Botanik sowie Paläontologie und promovierte 1887 mit einer Arbeit über die Mayasprachen an der Universität Leipzig. Im Jahr 1894 folgte dann seine Habilitation über die Bilderhandschriften Mexikos an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin (heute Humboldt Universität zu Berlin). 1884 begann Seler am Königlichen Museum für Völkerkunde Berlin (heute Ethnologisches Museum – Staatliche Museen zu Berlin) zu arbeiten; zunächst als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bis er dann 1903 die Leitung der Amerika-Abteilung übernahm. 1899 erhielt  Seler an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin eine Professur für amerikanische Sprachen, Völkerkunde und Altertumskunde. Zwischen 1887-1910 unternahm Seler sechs Reisen nach Mexiko, auf denen er große archäologische Sammlungen (aber auch eine botanische Sammlung von ca. 6.000 Pflanzen) zusammentrug. In den Jahren 1910 bis 1911 hatte Seler zudem die Leitung der Escuela Internacional de Antropología y Etnología Americana in Mexiko-Stadt inne.  Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit Eduard Selers lag auf den alt-mexikanischen  Kodizes sowie der Religion und Mythologie der Azteken.

Material:
Aufbau und  Materialgruppen des Nachlasses spiegeln die eigene Klassifikation Eduard Seler wider. So hat er sein  Bildmaterial - Fotos (Abzüge von Originalfotos und Ausschnitte von publizierten Fotos), Postkarten, Skizzen und Zeichnungen -  zu einem Bildarchiv zusammengefasst. Um den Inhalt erschließbar zu machen, hat das Ibero-Amerikanische Institut (IAI) einen Heftkatalog und ein Ortsregister zu diesem Bildarchiv erstellt.

• 229 Kapseln (Bildarchiv von Seler)
• ca. 235 Kästchen (je ca. 800 bis 1.000 Vokabel-Zetteln zu 38 indigen Sprachen  , Schwerpunkt Mesoamerika, insbesondere Nahuatl) Abbildungen
• Zeichnungen
• Skizzen
• Abzeichnungen von Kodizes
• zahlreiche Fotografien
• 1 Kopie der Personal- und Habilitationsakte

Provenienz: Der  größere Teil des  Nachlasses von Eduard Seler war im Besitz seiner Witwe und ging im II. Weltkrieg verloren.
Der im IAI vorhandene Teil des Nachlasses von Eduard Seler war zunächst im Besitz seines Schülers Walter Lehmann und kam dann mit dessen Nachlass ins IAI. Deswegen sind heute Materialien von Eduard Seler sowohl unter „Nachlass Walter Lehmann“ als auch unter „Nachlass Eduard Seler“ zu finden.

Schlagwörter: Mexiko, Archäologie, Ethnolinguistik, Ethnologie, Ethnohistorie

Miradas Alemanas




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